Die Kölner Stiftsfehde


Die Kontrahenten


Das Reich
Kaiser Friedrich III.
Friedrich entstammt dem Fürstengeschlecht der leopoldinischen Habsburger. Geboren am 21. September 1415 in Innsbruck, als Sohn des Herzogs Ernst der Eiserne und seiner Frau Cimburgis von Masowien.
Er wurde 1424 Herzog der Steiermark, von Kärnten und Krain, ab 1439 Herzog von Österreich, 1440 römisch-deutscher König und 1452 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Die Verhandlungen zwischen Friedrich III. und Karl dem Kühnen zur Hochzeit ihrer Kinder verläuft erfolglos.
Karl der Kühne düpiert den Kaiser durch seine zur Schau gestellten Pracht, der Kaiser den Herzog, in dem er die Stadt  grußlos verlässt und somit die Verhandlungen abbricht.
Karl nimmt die Kölner Stiftsfehde zum Anlass, sich daraufhin gegen den Kaiser zu wenden. Es kommt zur Belagerung von Neuss. Friedrich stellt das Reichsaufgebot auf und marschiert gegen Karl. Trotz des Zwists signalisieren beide Parteien weiterhin Verhandlungsbereitschaft für die Hochzeit ihrer Kinder und damit dem Abbruch der Belagerung. Im Mai 1475 nähert sich das Aufgebot der Stadt Neuss wodurch die Belagerung beendet wird.
Im November 1475 vereinbaren Friedrich und Karl die Verlobung von Maria und Maximilian, dem Sohn Friedrichs und späterem Kaiser. Friedrich verstirbt im Juni 1493 wahrscheinlich an einer Beinamputation, welche durch eine Arteriosklerose nötig wurde. Er wurde im Stephansdom in Wien beigesetzt.
Hermann von Hessen - Der Organisator
Als dritter Sohn des Landgrafen von Hessen und der Anna von Sachsen wird Herrmann 1450 geboren. Da er als nachgeborener Sohn keinen Anspruch auf die Grafschaft hat, tritt er eine geistliche Laufbahn an.
1473 wird Hermann zum Stiftsverweser des Kölner Domkapitels gewählt. In dieser Funktion organisierte er 1474 die Verteidigung von Neuss und den Entsatz des durch den Kölner Erzbischof besetzen Zons. Nach der erfolgreichen Abwehr der Belagerung Karl des Kühnens von Neuss ernennt Friedrich III. ihn 1475 zum Stiftsgubernator (Stiftsverwalter).
Nach dem Tod Ruprechts von der Pfalz wird Hermann 1480 zum Erzbischof von Köln gewählt. Die Regalien erhält er 1485. Die durch seine Regierung bedingte friedvolle Zeit brachte ihm den Beinamen „der Friedsame“ ein.
1498 wird er zum Fürstbischof von Paderborn. Hermann verstirbt 1508 in Bonn-Poppelsdorf und wurde im Kölner Dom beigesetzt. Sein Herz liegt im Hochaltar der Brühler Schlosskirche.
Karl der Kühne - Der Machthungrige
Geboren am 10. November 1433 in Dijon als Sohn Philipp III. der Gute und Isabella von Portugal, verstorben am  5. Januar 1477 in der Schlacht von Nancy. Er entstammte der burgundischen Seitenlinie des französischen Königshauses der Valois und war Herzog von Burgund und Luxemburg. Zwanzig Tage nach seiner Geburt wurde er bereits zum Ritter des Goldenen Vlies geschlagen.
Im Alter von sechs Jahren wurde er mit Katharina von Valois (12) verheiratet, welche im Alter von 18 Jahren kinderlos verstarb. 1454 heiratete er auf Veranlassung seines Vaters als zweite Frau Isabell von Bourbon, die 1465 verstarb und ihm eine Tochter, Maria, hinterließ, die spätere Frau des deutschen Kaisers Maximilian I. Seine dritte Frau wurde 1468 Damme Margaret von York. Diese Ehe blieb kinderlos.
1465 übergab ihm sein Vater die Regierungsgeschäfte. Karl übernahm ein Reich, welches durch geschickte Heirats- und Bündnispolitik groß wurde und nicht so sehr aufgrund militärischer Erfolge. Er war mit Abstand der berühmteste, jedoch der letzte Herzog aus dem Haus Valois-Burgund berühmt für seine imposante Hofhaltung.
1473 stand Karl der Kühne kurz vor der Ernennung zum König durch Kaiser Friedrich III. Durch gescheiterte Verhandlungen zur Hochzeit des Sohnes Friedrichs III. und Karls Tochter Maria und der folgenden Belagerung von Neuss, fiel er jedoch in kaiserliche Ungnade. In den sogenannten Burgunderkriegen erlitt Karl mehrere Niederlagen, und fiel im Januar 1477 in der Schlacht von Nancy.
Ruprecht von der Pfalz - Der Verursacher
Erzbischof von Köln (1463-1480), geboren am 27. Februar 1427 als Sohn des Kurfürsten Ludwig III. und Mechthild von Savoyen. Ruprecht wurde 1463 als Nachfolger von Dietrich von Moers zum Erzbischof von Köln gewählt.
Nach einer anfänglich gelobten Regierung überwarf er sich später mit seinen Räten. 1471 empfängt er durch den Kaiser die Regalien. Um seine hohen Steuerforderungen durchzusetzen lässt er die an das Kölner Domkapitel verpfändete Stadt Zons besetzen. Der Versuch, die Privilegien der Städte im Erzstift zu beschneiden, führt zur Stiftsfehde zu Köln.
Ruprecht ruft Karl den Kühnen zu Hilfe, welcher daraufhin Neuss belagert. Die Belagerung wurde nach dem Präliminarfrieden von Köln für beendet erklärt. Nach dem Tod seines Bruders Friedrich von der Pfalz und dem späteren Tod Karl des Kühnen wird die Position von Ruprecht immer schwächer, bis er 1478 in Gefangenschaft gerät.
Ruprecht verzichtete auf das Amt des Erzbischofs und verstirbt 1480 in Gefangenschaft.